Die Grundsteuer
Im Januar 2011 überlegten sich die Länderfinanzminister wie sie mit der Grundsteuer umgehen sollen. Alle drei bisher vorgeschlagenen Modelle drohen teuer für Mieter und Eigentümer zu werden. Alle Wohnimmobilien werden teurer.
Die Finanzminister können sich auf kein Kompromiss einigen. Das Thema ist sehr subtil. Denn momentan ist die Besteuerung von Grund und Boden kaum transparent und sogar in vielen Fällen rechtswidrig. Daher sollen neue Gesetze ein neues System entwickeln, um Grundbesitz zu besteuern.
Im Januar 2011 haben sich die Minister auf drei Modelle geeinigt. So sagte Baden-Württembergs Finanzminister Willi Stächele (CDU). In 2012 soll die Reform der Grundsteuer, in Städten und Gemeinden durchgesetzt werden.
Das Südmodell stellt pauschale Werte nach Fläche vor. Damit wäre in den drei Südländern Bayern, Baden-Württemberg und Hessen die Besteuerung einfach und automatisch gemacht. Während die Lage und die Ausstattung der Gebäude unberücksichtigt bleibt, werden nur die Gebäudegrundfläche sowie die Geschosszahl bewertet. Ein Quadratmeter soll zwischen zwei und 40 Cent kosten. Dieser Betrag wird dann mit dem Hebesatz der Gemeinde multipliziert.
Das Nordmodell schlägt vor, die Verkehrswerte zu zählen. Bremen soll die Länder Niedersachsen, Schleswig.Holstein, Sachsen und Berlin bei der Idee führen. Um eine realitätsnahen Schätzwert zu bilden, werden Kaufpreis und zum Teil existierende Immobiliendaten wie Lage, Grundstücksgröße, Wohnfläche und Baujahr berücksichtigt.
Bei dem dritten Modell handelt es sich um einen Kompromiss. Dabei wird der Boden nach Verkehrswert und das Haus nach Größe berechnet. Damit schließt das Thüringer Kompromissmodell Vorschläge von Süd und Nord ein. Während die Gebäude pauschal mittels Äquivalenz- Ziffern nach Gebäudegröße und Nutzungsart verrechnet wird, wird der Bodenswert nach Verkehrswerten angesetzt.
Momentan macht die Grundsteuer 18 Prozent der Einnahmen in Kommunen aus. Dies ergibt sich aus den in Deutschland insgesamt vorhandenen 35 Millionen Grundstücke, davon 21 Millionen Wohnimmobilien. Derzeit nimmt man 322 Euro pro Grundstück ein. Im Jahr 2009 kam man damit auf 11,3 Milliarden Euro.
