Die Zukunft der Elektromobilität in Deutschland
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Vergliche man die Elektrifizierung des Automobils mit einem Boxkampf, so hätten die eifrigen Japaner die erste Runde deutlich für sich entscheiden können.
Der Schritt, der nach dem Hybrid-Antrieb kommt, ist ganz klar der Übergang zum gänzlich elektronisch angetriebenen Auto. Im Elektroautoindex (kurz Evi) der Unternehmensberatung McKinsey kann nachgeschaut werden, zu viel Prozent ein LAnd die Elektromobilität bereits erreicht hat. Dabei wird die Nachfrage und das Angebot von Elektroautos gemessen.
Der Index zeigt deutlich, dass Japan sich langsam aber sicher an die Spitze drängt. Führend sind zwar noch die Vereinigten Staaten, aber Japan ist mittlerweile fast gleichauf.
Deutschlands Position ist mit einem abgeschlagenen vierten Platz eher beschämend.
Schuld an dieser Tatsache ist vermutlich die deutsche Gründlichkeit. Während Japaner und Amerikaner Fahrzeuge konstruieren, die laut McKinsey-Direktor Christian Malorny, “nicht undbedingt perfekt ausgereift und bis ins letze Detail neu konstruiert sind”, werkeln die Deutschen am perfekten Elektroauto.
Immerhin ist Deutschland Weltmeister im Ankündigen: 44 Elektromodelle wurden von deutschen Konzernen angekündigt, mehr als in jedem anderen Land.
Gastautorin Manuel Kowalski
Pionierleistung: erstes Wind-Wasserstoff-Hybridkraftwerk in Betrieb

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In der flachen aber windigen Uckermark ging nun das erste Wind-Wasserstoff-Hybridkraftwerk an den Start. Es erzeugt Strom primär aus Windanlagen und Biogas, vernetzt jedoch diese zwei Energiequellen zusätzlich mit Wasserstoff. Nach Angaben des Betreibers Enertrag AG ist das Kraftwerk in dieser Kombination weltweit einmalig. Experten sehen das Hybridkraftwerk als eine mögliche Lösung der ganz großen Probleme regenerativer Energiequellen.
Eine weitere Besonderheit des Pilotprojekts ist die Speicherung vom überschüssigen Strom, der bei anderen Anlagen oftmals verloren geht. Wenn zum Beispiel viel Wind weht, wird aus ihm Wasserstoff erzeugt, welcher wiederum zur Stromproduktion genutzt werden kann. Wenn Windräder bei Flaute stillstehen, kann das Abhilfe schaffen. Bei der Kombination der Energiequellen Wind, Wasserstoff und Biogas sollen ihre jeweiligen Vorteile genutzt werden. In dem Hybridkraftwerk wird also nicht nur Strom produziert. Der erzeugte Wasserstoff kann zum Beispiel auch als Kraftstoff abgefüllt werden. Demnächst soll er an Tankstellen in Berlin und Hamburg zu haben sein.
Für Experten ist das Hybridkraftwerk ein Beispiel dafür, wie der Ausbau erneuerbarer Energien mit höchster Energieeffizienz vorangebracht werden kann. Enertrag-Vorstand Werner Diwald sieht das Projekt als einen wichtigen Grundstein für die Energiewende. In der Tat ist die Inbetriebnahme des Kraftwerks umweltpolitisch sehr wichtig. Denn eine sichere und klimaverträgliche Versorgung mit Energie hängt entscheidend davon ab, inwieweit Energie aus erneuerbaren Quellen auch gespeichert werden kann.
Um das Projekt zu realisieren, hat sich die örtliche Firma Enertrag mit dem Mineralölkonzern Total, dem Energieunternehmen Vattenfall und der Deutschen Bahn zusammengetan. Unter anderem ging man eine wissenschaftliche Kooperation mit den Hochschulen in Stralsund, Braunschweig und Cottbus.
Die Kosten für das Hybridkraftwerk liegen bei insgesamt rund 21 Millionen Euro. Mit drei installierten Windrädern und den anderen Komponenten hat es eine Leistung von sechs Megawatt. Im Vergleich zu konventionellen Kohle- oder Atomkraftwerken, die mehr als 1000 Megawatt erzeugen, ist das nicht viel. Der Betreiber Enertrag will die Anlage aber weiterentwickeln. Das Ziel ist, mit größeren Hybridkraftwerken mittelfristig deutlich mehr Leistung zu erzeugen.
