Zunkunftsträchtig: Biotreibstoffe

© Carola Schubbel - Fotolia.com

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Biotreibstoffe – haben sie wirklich Zukunft? Viele Energieträger jedenfalls, aus denen sich theoretisch ein Ersatz für das giftige Benzin herstellen lassen, bieten meist keine wirkliche Alternative: Ihre Bilanz ist miserabel, es gibt Versorgungsprobleme oder aber der Anbau und die Herstellung steht in keiner Relation zum gewonnenen Treibstoff. Bleiben wir dem Benzin also doch noch länger treu, als gedacht? Landet der Mais endlich wieder im Essen statt im Tank?

Der Öl-Riese BP hält jedenfalls an seinen Prognosen fest, dass bis 2030 drei mal so viele Bio- oder Agrotreibstoffe aus Pflanzen verwendet werden als heutzutage, wo sein Anteil gerade mal 3 Prozent beträgt. Meist handelt es sich dabei um Bioethanol, Biodiesel und Biomethan, die aus Mais, Raps, Palmöl oder Zuckerrohr hergestellt werden können. In Brasilien fährt bereits jedes zweites Auto mit Ethanol aus Zuckerrohr. Auch die EU unterstützt den Wachstum dieses oberflächlich betrachteten umweltfreundlichen Treibstoffs.

Wirklich umweltfreundlich ist Bio-Benzin nämlich leider nicht: Seine Umweltbilanz ist unter Umständen noch schlimmer als die von Benzin. Das hat damit zu tun, dass für den Anbau der nötigen Pflanzen riesige Flächen benötigt werden. Für eine einzige Tankfüllung mit Bioethanol sind 240 Kilogramm Getreide nötig – das entspricht dem Verbrauch eines Erwachsenen an Getreide in einem ganzen Jahr. In den USA landen bereits etwa 40 Prozent der landesweiten Maisernte in den Tanks von Autos. So könnte es zu einem regelrechten Kampf um Agrostoffe kommen: Ist es wichtiger, die Welt satt zu machen, oder das eigene Auto ohne Kohlenstoffdioxid durch die Gegend zu bewegen?

So rechnet auch der Erdöl-Riese Shell damit, dass der Trend der Zukunft eher elektronisch angetriebene Autos werden. Aber auch das bedeutet nicht zwangsläufig eine gute Umweltbilanz: Wer sein E-Auto mit Kohlestrom antreibt, schadet der Umwelt mehr, als mit einem Diesel-Motor unterwegs zu sein.

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